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#Vortrag

© Braese

Stammheim war nie Attica

Zum Politischen im westdeutschen Nachkriegs-Jazz – und bei Wolfgang Dauner Als 1945 der Jazz nach seiner langjährigen Diffamierung und Verfolgung in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur mit den alliierten Siegermächten wieder in Deutschland Einzug hielt, haftete ihm unweigerlich eine politische Aufladung an: Der Jazz war die Musik der Sieger, zudem oft ‚überbracht‘ von afroamerikanischen Mitgliedern…

Hashtags auf einen Blick

Effekte von Multitasking beim Lesen

Der Vortrag thematisiert kurz- und langfristige Effekte von Multitasking auf die Leseleistung aus kognitionspsychologischer Sicht: Wie gut kann man Texte verstehen, wenn beim Lesen die Aufmerksamkeit zwischen Text und weiteren Informationsquellen geteilt werden muss? Mindert häufiges Multitasking die Fähigkeit, längere Texte konzentriert lesen zu können? Nach ihrem Diplom in Psychologie an der Universität Koblenz-Landau (2011)…

© Barbara Dietl

Wunderland

Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955–1967 Buchvorstellung mit Dr. Harald Jähner Kaum sind die Trümmer weggeräumt, setzt in Deutschland ein Wirtschaftsaufschwung ohnegleichen ein, auch ein nimmersatter Kaufrausch: Möbel, Autos, Reisen, Elektrogeräte. Mit dem Rock’n’ Roll erfasst die Jugend ein neues Lebensgefühl. 1957 eröffnet der erste Supermarkt, der Siegeszug der Discounter beginnt. Der Fernseher gruppiert die Wohnzimmer…

© Mannoni

Hitler übersetzen. Über die Sprache des Faschismus und ihre unheilvolle Wirkmacht

Buchvorstellung mit Olivier Mannoni Zehn Jahre lang übersetzte Mannoni Hitlers „Mein Kampf“ für eine kritisch-wissenschaftliche Edition ins Französische. Das Werk, mit dem Hitler seine antisemitischen Thesen und nationalsozialistische Weltanschauung auf über 700 Seiten in eine für den Normalbürger kaum zugängliche Prosa ergoss und sie dennoch „salonfähig“ machte. Zwölf Millionen Exemplare waren bis 1945 im Umlauf.…

© Krawatzek

Junge Menschen in Polen im Spannungsverhältnis zwischen Europa und der Nation

Die Polarisierung europäischer Gesellschaften zeigt sich am Beispiel der politischen Ansichten junger Menschen in Polen besonders deutlich. Im Wahlverhalten oder in ihren Ansichten zu den gesellschaftlichen Streitthemen der Gegenwart liegen junge Menschen weit auseinander. Darüber hinaus sind sie politisiert und haben beispielsweise in den letzten Jahren verstärkt an Protesten teilgenommen. In diesem Vortrag wird das…

© Suhrkamp Verlag

Die moralische Ökonomie des Buches

Das Lesen ist in der Krise, das Schreiben wird durch generative KI automatisiert: Die Alphabetisierung ist im Wandel begriffen. Verlage, Bibliotheken, Schulen und Universitäten, die Presse und andere Institutionen der Schriftkultur finden sich in der Defensive wieder. Deren Fixierung auf Literalität übersieht, dass KI es den Plattformen ermöglich hat, das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit…

© Płóciennik

Polens Wirtschaftswunder

Wie wurde aus dem Sorgenkind ein Erfolgsland? Polen hat in nur einer Generation einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufstieg vollzogen. Aus einem der ärmsten Länder Europas wurde eine dynamische Wachstumsökonomie, die heute zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt zählt und deren Markt für deutsche Exporte inzwischen wichtiger ist als China. Der Vortrag zeichnet nach, welche Stärken,…

„Keine Taufe für die Tanzmusik“

Jazz und Kirche in der Bundesrepublik? Es war eine heftige Diskussion: Zahlreiche Aufsätze in wissenschaftlichen, pädagogischen und theologischen Zeitschriften belegen die Konflikte, Hoffnungen und Ängste, welche seit den 1960er Jahren zunehmend die Frage nach Jazz in der Kirche begleiteten. Der Rundfunkbeauftragte des Erzbistums Köln beim WDR Hermann-Josef Burbach etwa, promovierter Musikwissenschaftler, formulierte reißerisch: „Keine Taufe…

© Heinemann

Europa im Krieg: Determinanten von Krieg und Frieden

Den Erwartungen an eine „Rückkehr nach Europa“ folgten in den letzten Jahren Populismus, Ethnonationalismus, Enttäuschung über die EU, Korruption, teilweise autoritäre Regression und Orientierung an Putin. Welche Konflikte prägen die Gesellschaften, was beeinflusst den Wertewandel, wie hängen wirtschaftliche Entwicklung und Einstellungsmuster miteinander zusammen? Schließlich: Was ist an den osteuropäischen Entwicklungen „östlich“, welche übergreifenden europäischen Trends…

© Schüler-Springorum

Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes

Buchvorstellung mit Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum (Berlin) Stefanie Schüler-Springorum stellt erstmals die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus Sicht der Menschen dar, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Damit erzählt sie eine bislang weitgehend ausgeblendete Geschichte. Sie schildert die Erfahrungen von überlebenden Juden und Sinti und Roma, von ehemaligen Zwangsarbeitern und Homosexuellen im westlichen Teil Deutschlands in den ersten…

© Petra Nölle/DZHW

Eltern – Kinder – Bildung 

Wie Herkunft und Familie Chancen prägen  Bildung ist in Deutschland immer noch eine Frage der sozialen Herkunft. Warum eigentlich? Und lässt sich daran etwas ändern? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Vortrags von Sandra Buchholz. Es wird gezeigt, wie ungleich die Bildungschancen in Deutschland nach wie vor verteilt sind. Ein Beispiel: Haben die Eltern studiert,…

© Kamphoefner

Deutsche in Amerika. Ein historischer Überblick

Buchvorstellung mit Prof. Dr. Walter D. Kamphoefner (College Station, USA) Kamphoefner schildert die Erfahrungen deutscher Auswanderer in Amerika über mehr als drei Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Dabei hat er sich intensiv mit Briefen von Auswanderern beschäftigt und lässt die Betroffenen häufig selbst zu Wort kommen. Der Autor räumt mit Mythen auf, würdigt aber auch…

© Lenk

Tod und Gemeinschaft.

Die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus 1971-1977 Die Geschichte des deutschen Linksterrorismus ist ohne die politische Instrumentalisierung der Menschen, die in dem Kampf zwischen den selbsternannten „Stadtguerilla“‐Gruppen und dem Staat zu Tode kamen, nicht zu verstehen. Politiker, Medien und die radikale Linke stritten sich sowohl um die Opfer als auch um die toten…

Porträt einer Frau mit braunen, schulterlangen Haaren vor grünem Hintergrund; rechts daneben eine Luftaufnahme von Menschen, die einen Zebrastreifen überqueren.
© Nadine Zirbes, Thünen-Institut

Ist die Formel vom „Weniger, älter, bunter“ zu revidieren?

Neue und alte Facetten des demographischen Wandels in ländlichen Räumen Es ist stiller geworden um das Thema des demographischen Wandels in ländlichen Räumen. Die noch vor wenigen Jahren verbreiteten Untergangszenarien und Forderungen nach der „Schließung“ von Dörfern wurden von anderen Aufmerksamkeitskonjunkturen verdrängt. Doch schreiten die Veränderungen der Zahl und der Zusammensetzung der Bevölkerung fort, und…

© Gatzka

Demokratie und Diktatur. Geschichte und Gegenwart einer Grenzziehung

Buch-Preview „Merkel-Diktatur“, „Meinungsdiktatur“, „Ökodiktatur“ – die demokratische Qualität der Bundesrepublik wird immer wieder infrage gestellt. Doch das ist nicht neu. Die Unterscheidung zwischen Demokratie und Diktatur, aber auch das Verwischen ihrer Grenzen begleiten die deutsche Demokratiegeschichte seit dem frühen 20. Jahrhundert. In ihrem neuen Buch zeichnet Claudia Gatzka nach, welche Logiken und Kriterien dieser Unterscheidung…

© Jäger

Was verraten die Augen beim Lesen?

Beim Lesen eines Textes bewegt sich unser Blick keineswegs gleichmäßig von Wort zu Wort. Manche Wörter werden mehrfach fixiert, andere überspringen wir ganz und zu bestimmten Textstellen kehren wir immer wieder zurück. Diese Blickbewegungen spiegeln die kognitiven Prozesse wider, die unserer Sprachverarbeitung beim Lesen zugrunde liegen, von der Erkennung einzelner Wörter, über die syntaktische Verarbeitung…