Künstlerbücher sind weder klassische Bücher noch bloßes Trägermaterial für Bilder oder Texte. Vielmehr nutzen Künstlerinnen und Künstler das Buch als ein eigenständiges künstlerisches Medium, als Raum, als Objekt, als Zeitstruktur, um ihre Ideen auf einzigartige Weise zu gestalten und zu vermitteln. Dabei werden Form, Material, Typografie, Struktur und Inhalt bewusst gestaltet. Es entsteht eine Kunstform,…
Perspektiven zur Fotoserie „Die Milch Matrix“ – Ausstellung im Foyer Von Melkrobotern und Rinderauktionen bis zum Kuhstall der Universität Hohenheim: In seiner Fotoserie „Die Milch Matrix“ blickt der Foto-Journalist und Gewinner des „World Press Photo Award 2020“, Nikita Teryoshin, auf die Welt der Milchwirtschaft und Hochleistungskühe. Als Dialog zu den Bildern ergänzen Mitglieder der Universität…
Die Idee vom „Buch als Kunstwerk“ ist heute so erfolgreich wie noch nie zuvor. Doch was ist eigentlich das Besondere an den Büchern von Künstlerinnen und Künstlern? Als der belgische Künstler Marcel Broodthaers 1964 sein Buch Pense-Bête (dt. Denkzettel) veröffentlichte, machte er gerade die Grenze zwischen „Kunst“ und „Buch“ zum Thema. Beginnend mit diesem wegweisenden…
Sammlung Hugo Borst Schaufenster von Buchhandlungen wecken Interesse. Wer die neu erschienenen Bücher, wie sie dort liegen, betrachtet, lernt immer auch etwas über sich selbst und das gesellschaftliche Umfeld. In den Themen, aber auch in Sprache und Gestaltung von Büchern spiegeln sich Erfahrungen, Erwartungen, Beobachtungen, Gefühle wie Freude, Angst und Hoffnung. Im Rückblick auf vergangene…
Künstlerbücher sind keine gewöhnlichen Bücher. Sie sind nicht bloßes Trägermaterial für Bilder oder Texte. Sie können Text enthalten – oder auch keinen. Ein Künstlerbuch kann ein handgebundenes Unikat sein oder eine industriell produzierte Edition. Künstler und Künstlerinnen nutzen das Buch als ein eigenständiges künstlerisches Medium, als Raum, als Objekt, als Zeitstruktur, um ihre Ideen auf…
An einem Objekt der Ausstellung verdeutlicht Dr. Matthias Frenz die globalen missionsgeschichtlichen Verflechtungen. Die erste Bibel in einer asiatischen Sprache wurde von einem sächsischen Missionar auf preußische Initiative in einer dänischen Kolonie auf indischem Boden mit Württemberger Unterstützung auf englischem Papier mit tamilischen Lettern gedruckt. Der Vortrag bettet die Geschichte des 1715 publizierten Werks in…
Dass Religionen bestrebt sind, zu missionieren, und dass die Verbreitung Heiliger Schriften dabei eine wichtige Rolle spielt, mag vielen Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem Christentum, dem Islam und dem Buddhismus selbstverständlich erscheinen. Tatsächlich setzen jedoch keineswegs alle Religionen auf Mission und Ausbreitung. Auch die Bedeutung, der Gebrauch und die Funktionen Heiliger Schriften waren –…
Wenn die Bibel für einen neuen kulturellen Kontext übersetzt wird, kommt es automatisch zu einer Interaktion, einem Dialog mit den dortigen kulturellen und religiösen Gegebenheiten. Vorfindliche religiöse und kulturelle Begrifflichkeiten müssen aufgegriffen werden, damit die Bibelübersetzung überhaupt in diesem Kontext verständlich ist. Zugleich will die Bibel nicht nur als informatives Dokument gelesen werden, die Botschaft…
In diesem Vortrag nimmt Dr. Margret Frenz die Geschlechterrollen in der kolonialzeitlichen Mission in den Blick. Missionarinnen und Missionarsfrauen stehen im Schatten der historischen Wahrnehmung, auch in der laufenden Ausstellung. Wie in anderen Bereichen auch wurde die Mission von Männern bestimmt. Gleichwohl leisteten Frauen entscheidende Arbeit zum Beispiel als Lehrerinnen, Hausvorstände und als Übersetzerinnen. Die…
Der Vortrag befasst sich mit der Geschichte der missionarischen Bibelübersetzung in Westafrika während der Kolonialzeit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Bibelübersetzungsarbeit der Basler Mission an der damaligen Goldküste (heute Ghana) und der Norddeutschen Missionsgesellschaft im damaligen Deutsch-Togo in Westafrika unter besonderer Berücksichtigung der Übersetzungsgeschichte der Ga-Bibel (1854-1866) und der Ewe-Bibel (1858-1913). Diese Missionsbibeln sind…
„Welche Sprache spricht Gott?“, so lautet der Titel zweier Bücher jüngeren Datums. Eine anschauliche Antwort auf diese Frage gibt eine Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek, die vom 12. März bis zum 14. Juni 2025 zu sehen ist. Die Bibel liegt inzwischen in einer Vielzahl von Sprachen vor. Sie ist das am häufigsten übersetzte Buch. In…
Welche Erinnerungswege stehen uns zur Verfügung, wenn wir Informationen über die Geschichte des Nationalsozialismus suchen? Prof. Dr. Roland Müller stellt die Geschichte der Erforschung der NS-Judenverfolgung in Baden-Württemberg im Kontext der allgemeinen NS-Forschung sowie unter Berücksichtigung der einschlägigen Quellen dar; anlässlich der aktuellen Ausstellung gilt ein besonderes Augenmerk der Recherche von Einzelschicksalen. Susanne Bouché beleuchtet…
Nachdem nur Ilse Aichingers Zwillingsschwester Helga mit einem der letzten Kindertransporte Wien 1939 verlassen konnte, versuchten die Schwestern durch Briefe die bisher so selbstverständliche Nähe aufrechtzuerhalten. Sie hinterließen ein berührendes Zeugnis des Schicksals der ‚verschickten‘ Kinder und der Hoffnung und Verzweiflung der Zurückgebliebenen. Nikola Herweg, die im Deutschen Literaturarchiv Marbach die Exilbestände betreut, gibt Einblicke…
Die Kinder wurden gerettet – so heißt es häufig, wenn von den Kindertransporten gesprochen wird. Was aber bedeutet eine solche Rettung für diejenigen, denen das Schicksal der meisten ihrer Angehörigen erspart blieb? Waren sie in irgendeiner Weise vorbereitet auf das, was sie erwarten würde? Wäre es überhaupt möglich gewesen, sie ›vorzubereiten‹? Wie erging es ihnen…
Der Kindertransport 1938/39 gehört ohne Frage zu den ambitioniertesten Rettungsaktionen während des Nationalsozialismus. Von Dezember 1938 bis September 1939 wurden mehr als 10.000 überwiegend jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und Polen nach Großbritannien vor der nationalsozialistischen Verfolgung in Sicherheit gebracht. Verbunden damit sind berührende Schicksale vieler Familien. Eine Ausstellung, die ab dem 25.…
Eine Ausstellung, die vom 23. September bis 26. Oktober 2024 im Foyer des Neubaus der Landesbibliothek gezeigt wird, bietet einen Ausschnitt der Gesamtsammlung Hugo Borsts und zwar für die Jahre 1774, 1824 und 1874. Fassbar wird hier die thematische Vielfalt, aber auch die Tendenz, dass es neben den jeweils vorherrschenden geistesgeschichtlichen Strömungen immer auch abweichende…