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Wolfgang Dauner. Jazz et cetera

Ausstellung 11. März – 13. Juni 2026

Der Musiker Wolfgang Dauner (1935-2020) zählt zu den „Urvätern des Jazz in Deutschland“. Sein Nachlass ist seit 2024 Teil der Sammlungen der WLB und wird nun erstmals ausgestellt.

Die Ausstellung präsentiert Meilensteine seines künstlerischen Schaffens. Sie umfassen neben Notenhandschriften und Schallplatten auch ungewöhnliche Instrumente und künstlerische Dokumente Dauners sowie kontroverse Rezensionen. Der Nachlass spiegelt ein Leben im Zeichen des Experiments und der Provokation. In sechs Abschnitten gibt die Ausstellung Wolfgang Dauner. Jazz et cetera Einblicke und spannende Hörproben aus der Welt des Musikers. Dauner erlebt in der Nachkriegszeit als Heranwachsender die musikalischen Strömungen seiner Heimatstadt Stuttgart, nimmt vieles in sich auf, ahmt nach, improvisiert und entwickelt Neues. Schnell wird er zur zentralen Figur einer sich rasch entwickelnden Stuttgarter Jazzszene. Mit ersten Gruppierungen spielt er vor allem Swing. Er geht auf Tournee mit Schlagerstars und unternimmt bald die ersten Versuche, musikalische Stile und Spielarten zu verbinden:  Jazz und Rock, mit asiatischen Einflüssen, mit präparierten Instrumenten und allerlei Elektronik. 1963 gründet er das Wolfgang Dauner Trio, das europaweit auf Festivals auftritt und die Entwicklungen im Jazz über Deutschland hinaus mitbestimmt.

Als Leiter der Radio-Jazz-Group des Süddeutschen Rundfunks treibt Dauner die Entwicklung des zeitgenössischen Jazz voran und ist mitverantwortlich für bedeutende Produktionen europäischer Jazz-Größen. Er komponiert für Film und Fernsehen, Sinfonisches, eine Oper, bringt Jazz und Kirchenmusik zusammen, spielt mit Synthesizern und anderen elektronischen Musikinstrumenten, und er produziert Musik, die zugleich Kunst in einem viel weiteren Sinne ist.

Auch als Musikvermittler geht er neue Wege. Mit der Serie „Glotzmusik“ ermöglicht er Kindern einen Zugang zur Musik, fernab von den Routinen des Musikunterrichts. Dauner experimentiert in alle Richtungen, stets auf der Suche nach dem passenden musikalischen Ausdruck. Sein Können, sein Einfallsreichtum und seine große musikalische Neugier führt zur Zusammenarbeit mit zahlreichen der besten Jazzmusiker Europas und zur Gründung auch außerhalb Europas wahrgenommener musikalischer Formationen wie dem United Jazz + Rock Ensemble, aber auch zu Auftragskompositionen für Chöre und Sinfonieorchester. Einige seiner bemerkenswerten Kompositionen legt die Landesbibliothek in einem Notenheft vor. Der Musiker Tobias Weidinger, früheres Mitglied des United Jazz + Rock Ensemble Second Generation, hat dafür die Noten zu „Ausgeschlafen“, „Bebop Rock“, „Reading Machine“ und sieben weiteren Stücken Dauners arrangiert.

 

Was? Ausstellung, Wolfgang Dauner. Jazz et cetera

Wann? 11. März – 13. Juni 2026

Wo?  Württembergische Landesbibliothek, Ausstellungsraum (Konrad-Adenauer-Straße 10, Stuttgart)

 

Zur Ausstellung erscheinen eine Begleitbroschüre und ein Notenheft.

 

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