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Video-Interview: Fotos aus Sobibor

Die Bibliothek für Zeitgeschichte präsentiert in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung ein Gespräch mit PD Dr. Martin Cüppers zu Bildern als Quelle zum Holocaust und zum Nationalsozialismus.

Johann Niemann war stellvertretender Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor. Am 14. Oktober 1943 wagten jüdische Gefangene den Aufstand und töteten dabei auch Niemann. Erst vor kurzem wurden mehr als 350 Fotos und zusätzliche schriftliche Quellen aus seinem Besitz entdeckt. Die privat gesammelten und teilweise in zwei Alben zusammengestellten Bilder erlauben anhand der visuellen Überlieferung seiner Karriere ganz neue Einblicke zum Holocaust im deutsch besetzten Polen und zu den Krankenmorden der sogenannten Euthanasie, an denen Niemann beteiligt war. Der Schrecken der Vernichtungslager deutet sich auf den Fotos zwar nur am Rande an; die Bilder liefern jedoch neue Erkenntnisse zum Aufbau der Lager und zu den Tätern.

Im Interview schildert der Autor Dr. Martin Cüppers nicht nur den Inhalt und die besondere Bedeutung des Albums, sondern er spricht mit Dr. Christian Westerhoff auch über Fotos als historische Quelle sowie über die bisher zu wenig beachtete „Aktion Reinhardt“, bei der im Rahmen des Holocaust etwa 1,8 Millionen Juden ermordet wurden.

Dr. Martin Cüppers ist seit 2014 wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart. Die Forschungsstelle erforscht die NS–Verbrechensgeschichte und ist bei der Ludwigsburger Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen angesiedelt.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie fand das Gespräch nicht vor Publikum statt, sondern wurde als Video aufgezeichnet. Auf diese Weise kann es nun sicher und bequem daheim angesehen werden.

Video-Interview

Das Video-Interview ist online auf L.I.S.A. abrufbar.