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Ausstellungseröffnung: Schönheit, Glanz und Träume – Illustrationen des Art Déco aus der Sammlung Lucius

Mit der neuen Ausstellung „Schönheit, Glanz und Träume“ lädt die Württembergische Landesbibliothek ab 19. Oktober zu einer Zeitreise in die Jahre zwischen Erstem Weltkrieg und Nationalsozialismus ein. Zentrum des Art Déco war die französische Hauptstadt, aber auch hierzulande wurde diese Stilrichtung schnell Ausdruck eines neuen Lebensgefühls und schlug sich vor allem in den Bereichen der angewandten Kunst wie Grafikdesign und Mode, Möbel und Architektur nieder. Besonders deutlich kommen die Gestaltungselemente in den grafischen Medien zum Tragen: in Büchern, Zeitschriften, Luxuskatalogen, Reklame und Werbemitteln. Die Illustrationen bestechen durch edle Materialien, stilisierte Formen und leuchtende Farben. Kennzeichnend ist ein übersteigerter Ästhetizismus, der sich insbesondere in den Illustrationen für Zeitschriften und Werbung, speziell auch in den prächtig gestalteten Luxuskatalogen und Bucheinbänden niederschlug.

Der Wille zu einer künstlerischen Durchdringung aller Bereiche – Stichwort Gesamtkunstwerk – zeigte sich schon im Jugendstil und sollte dann auch das Art Déco prägen, sowie parallel dazu De Stijl und Bauhaus. In ganz Europa lassen sich also ähnliche Prinzipien finden. Und dies just zu einer Zeit, als mit dem Ersten Weltkrieg Gewalt und Zerstörung in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß hereingebrochen waren. Bekannterweise sollten die Folgen gesellschaftspolitisch noch lange nachwirken, insbesondere in Frankreich und Deutschland. Zugleich etablierte sich Mitte der Zwanziger Jahre eine konsum- und freizeitorientierte Massenkultur mit  Kino und Theater, Tanz und Revuen, Sportveranstaltungen und Autorennen. Inbegriff des neuen Lebensgefühls wurde nicht zuletzt „Die Neue Frau“ mit Bubikopf, Hosenanzug oder knielangem Rock und Zigarette – maßgeblich geprägt von Coco Chanel. Doch wirkte das Image der Neuen Frau auch jenseits der Elite – dank der populären neuen Medien wie Film und Fotografie sowie Reklame und Illustrierten wie „Elegante Welt“ oder der heute noch stilbildenden „Vogue“.

Extravagante Mode spielte in der Art Déco eine große Rolle und darüber hinaus das luxuriöse Reisen mit dem Kreuzfahrtschiff und dem Flugzeug, Sportarten wie Tennis und Polo, technischer Fortschritt in Form des Automobils, idealisierte Kinderwelten, schickes Wohnen, exklusive Unterhaltungsvergnügen. Diese Themenbereiche standen nur wenigen Wohlhabenden offen und die Realität der Mehrheit sah anders aus. Damals wie heute werden in ihnen der Wunsch nach Luxus und ein überhöhter Lebensstandard sichtbar. Mittelbar zeigen die Darstellungen aber auch gesellschaftliche Brüche und das soziale Gefälle. Hat man es „geschafft“, wenn man Träume und Fantasien – wie sie das Art Déco veranschaulichte – realisieren konnte? Die Ideale scheinen sich auch heute kaum geändert zu haben und als Bilder bleiben sie ein nie einlösbares Glücksversprechen für die Meisten. In ihnen manifestieren sich formale Eleganz und Fortschrittsglaube sowie ein bis heute faszinierender lebensfroher und farbensprühender Optimismus.

Mit der klug angelegten und überaus vielfältigen Stuttgarter Privatsammlung Lucius präsentiert die Ausstellung besonders qualitätsvolle und aussagekräftige Werke zu Themen und Medien eines reizvollen Stils. Auch nach hundert Jahren scheint das Bild der „Goldenen Zwanziger“ nichts an Faszination eingebüßt zu haben – der Traum von Schönheit und Glanz in krisenhaften Zeiten ist aktueller denn je.

Die Eröffnung findet am Montag, 18. Oktober, 18 Uhr statt: Nach der Begrüßung durch Bibliotheksdirektor Dr. Rupert Schaab wird Frau Dr. Claudia Rose, Ministerialdirigentin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ein Grußwort halten. Anschließend führt Wiebke Dannehl in die Ausstellung ein. Die Leihgeber Akka und Prof. Dr. Wulf D. von Lucius geben in einem Podiumsgespräch mit Dr. Petra Lanfermann Einblicke in die Geschichte ihrer Sammlung und die damit verbundene Leidenschaft. Musikalische Umrahmung am Klavier mit Kyoko Onoe-Panter.

Montag, 18. Oktober 2021, 18 Uhr, Hybrid-Veranstaltung
Die Veranstaltung findet als Hybrid-Veranstaltung statt. Für die Teilnahme in Präsenz (WLB-Vortragssaal) ist eine Anmeldung erforderlich sowie die Vorlage eines Nachweises (getestet, geimpft oder genesen). Die Plätze sind begrenzt. Bitte beachten Sie die aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Die Online-Teilnahme (via WebEx) ist ohne vorherige Anmeldung möglich. Über den Zugangslink gelangen Sie direkt in den WebEx-Raum, der ab 17:45 Uhr freigeschaltet ist. Mit der Teilnahme akzeptieren Sie die Datenschutzrichtlinien von WebEx.

Weiterführende Informationen, Anmeldung und Zugangslink

Hybrid-Veranstaltung
Anmeldung zur Präsenz-Teilnahme an der Veranstaltung (WLB Vortragssaal)

Die Plätze im Vortragssaal sind leider begrenzt. Nehmen Sie stattdessen gerne über den Zugangslink online an der Veranstaltung teil:

Zugangslink zur Online-Teilnahme an der Veranstaltung (via WebEx)
Anleitung zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung mit WebEx

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Link zu weiteren Informationen und zum Begleitprogramm zur Ausstellung Schönheit, Glanz und Träume – Illustrationen des Art Déco aus der Sammlung Lucius
Link zum Flyer ‚Ausstellung Schönheit, Glanz und Träume – Illustrationen des Art Déco aus der Sammlung Lucius‘
Link zum Veranstaltungsprogramm der WLB

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Unsere Ausstellung ist ab 19. Oktober geöffnet.
Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch. Die Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten. Für die Ausstellungsräume gelten besondere Regeln: Ausstellungen sind für Geimpfte und Genesene nach Vorlage eines Nachweises und für nicht-immunisierte Personen mit negativem Corona-Testnachweis zugänglich. Dieser darf im Falle eines Antigen-Schnelltests maximal 24 Stunden, bei einem PCR-Test maximal 48 Stunden zurückliegen. Alle BesucherInnen müssen ihre Kontaktdaten hinterlegen. Einzelpersonen müssen sich nicht im Vorhinein anmelden. Für Gruppen ist eine Anmeldung über veranstaltungen@wlb-stuttgart.de nötig.
Es muss eine medizinische Maske getragen werden. BesucherInnen müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten.
Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.