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Die zerstreute Sammlung

Die Donaueschinger Handschriften des Hauses Fürstenberg

Im Jahr 1993 erwarb das Land Baden-Württemberg die Handschriftensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. Der umfangreiche Bestand von ca. 1.230 Signaturen wurde vorrangig nach sprachlichen und chronologischen Gesichtspunkten auf die beiden Landesbibliotheken in Karlsruhe und Stuttgart verteilt. Mit den Folgen, die mit einem solchen Sammlungszuwachs für eine Bibliothek einhergehen können, befasst sich der zweiteilige Vortrag. Zunächst geht Dr. Kerstin Losert auf die wechselvolle Geschichte der Sammlung, die Umstände ihrer Erwerbung nach der Veräußerung durch die Fürstenberger und die aus dem Ankauf resultierenden Aufgaben ein. Anschließend zeigt Dr. Franziska Schaudeck anhand von umfangreichem Bildmaterial, welche Erkenntnisse man aus der wissenschaftlichen Erschließung von Handschriften gewinnen kann. Dazu stellt sie aus ihrem Teilprojekt am Handschriftenzentrum der WLB einige deutschsprachige Handschriften aus dem 16. bzw. 17. Jahrhundert vor. Diese Auswahl führt die hohe kulturelle Bedeutung von Handschriften als unikale Gegenstände vor Augen und behandelt zugleich einige der unterschiedlichen Wege, auf denen diese wertvollen Kulturobjekte im Lauf der Zeit in die Donaueschinger Sammlung gelangten.

Dr. Kerstin Losert ist stellvertretende Leiterin der Abteilung Sondersammlungen und leitet die Sammlung Handschriften und Nachlässe mit ihren vielfältigen Beständen vom 5. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Zudem betreut sie die Fachreferate für Bibliothekswesen, Handschriftenkunde, Klassische Philologie sowie Mittel- und Neulatein. Kerstin Losert hat in Freiburg i. Br. Judaistik, ältere deutsche Philologie, mittelalterliche Geschichte sowie Lateinische Philologie des Mittelalters studiert. Ihre Dissertation behandelt einen Motivstrang aus dem ‚Dolopathos‘ des Zisterziensermönchs Johannes de Alta Silva. Als Leiterin der Handschriftensammlung und des dort angegliederten Handschriftenzentrums koordiniert und betreut sie unter anderem DFG-Drittmittelprojekte zur Handschriftenerschließung, darunter auch mehrere Einzelprojekte zum in Stuttgart aufbewahrten Anteil Donaueschinger Handschriften.

Dr. Franziska Schaudeck ist Mitarbeiterin am Handschriftenerschließungszentrum der WLB Stuttgart. Derzeit beschreibt sie im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts deutschsprachige Handschriften des 16. und 17. Jahrhunderts aus der ehemals Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. Nach einer Ausbildung zur Sortimentsbuchhändlerin und mehreren Jahren im Buchhandel hat Franziska Schaudeck in Freiburg Historische Hilfswissenschaften, mittelalterliche Geschichte und ältere deutsche Literatur und Sprache studiert. Sie wurde 2017 mit der Arbeit „Die alchemische Handschriftensammlung der Leopold-Sophien-Bibliothek in Überlingen am Bodensee. Historische Darstellung – Erstellung eines Bestandskatalogs – Kulturelle Kontextualisierung“ promoviert und ist seit 2021 in Erschließungsprojekten im Nachlass- und Handschriftenbereich tätig.

 

 

 

 

Was? Vortrag, Dr. Kerstin Losert und Dr. Franziska Schaudeck (Stuttgart)

Wann? Dienstag, 19. Mai 2026,  18 Uhr

Wo? Württembergische Landesbibliothek, Saal (Konrad-Adenauer-Str. 10, 70173 Stuttgart)

Wie? Hybrid-Veranstaltung; vor Ort und im Livestream 

 

 

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