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Bibliotheksgebäude von 1970

Am 3. August 1970, heute vor genau 50 Jahren, wurde das neue Gebäude der Württembergischen Landesbibliothek an der Konrad-Adenauer-Straße in Stuttgart eröffnet. Schon die beiden vorigen Gebäude hatten auf dem selben Grundstück gestanden.

Das Gebäude von 1886 war 1944 zerstört worden, die Reste dieses Gebäudes wurden notdürftig wieder instandgesetzt. 1961 begann dann der Bau eines neuen Gebäudes hinter dem alten. Der Entwurf stammte von Prof. Horst Linde, dem Leiter der Staatlichen Bauverwaltung, und einer Architektengruppe des Staatlichen Hochbauamtes I Stuttgart. Es gab keinen Architekturwettbewerb. Das Gebäude mit ca. 20.000 qm Nutzungsfläche kostete ca. 40 Millionen Euro. Mit zwei Magazingeschossen im Keller, die 2,4 Millionen Bände fassten, war die Bibliothek eine nahezu reine Magazinbibliothek. Mit fahrbaren sog. „Kompaktregalen“ konnte die Kapazität sogar auf 3,6 Mio Bände erweitert werden. Man schätzte damals, dass die Kapazität für 50 Jahre – also genau bis zum Jahr 2020 (!) – ausreichen würde. Die Besonderheit des Gebäudes waren die verschiedenen Katalogräume und Sonderlesesäle. Neben dem Hauptlesesaal gab es besondere Räume für aktuelle Literatur, für Bibliographien, Handschriften, Musikliteratur und Noten, Graphiken und Karten sowie mehrere Archive und 18 „Forscherzellen“. Insgesamt bot die Bibliothek so 650 Arbeitsplätze und 100.000 frei zugängliche Bände, die nicht ausleihbar waren. Dazu gehörte auch ein besonderes Buchmuseum im Untergeschoss des Hauses.

Ursprünglich hatte man sich eine Eröffnung des Neubaus zum 200-jährigen Jubiläum der Bibliothek im Jahr 1965 gewünscht, bezugsfertig war das neue Gebäude jedoch erst im August 1970. Die offizielle Einweihung erfolgte erst 1971, die gesamten Außenanlagen waren dann im Sommer 1973 fertiggestellt.